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Vom Zusammenbleiben | Unser vierter Hochzeitstag

Die wunderbaren Fotos sind von Franzi trifft die Liebe

Da waren es plötzlich vier Jahre. Drei Familienmitglieder. Zwei davon verliebt wie eh und je. Und einer, um den sich unsere Welt dreht.

Wenn man heiratet, geht man natürlich davon aus, vier, vierzehn, vierzig Jahre zusammen zu bleiben. Am Anfang zählt man noch jeden Monat, den man zusammen ist. Dann jedes Jahr. Plötzlich fängt man wieder bei eins an. Weil man nun auch die Hochzeitstage zählt. Und stand man noch vorgestern vor dem Traualtar mit all seinen Lieblingsmenschen um sich, ist man plötzlich vier Jahre verheiratet. Einfach so. Vier Jahre. Angekommen und glücklich.

Der Mann, den ich geheiratet habe ist nicht mehr der, in den ich mich vor bald 15 Jahren noch heimlich verliebt habe. Wir hatten das wunderbare Privileg, gemeinsam erwachsen zu werden. Denn eins können wir gut. Das Zusammenbleiben. Auch, wenn es mal schwierig wird. Man in Arbeit versinkt. Konflikte kommen, bleiben und wieder gehen.

Aus einigen Monaten Barbara und David wurde schnell eine Hand voll Jahre. Wir machten beide Abitur. Er zuerst. Und zog weg. Ich im Jahr drauf hinterher. Kopf aus. Herz an. Und obwohl ich mir von den richtig erwachsenen Menschen in meinem Umfeld die Irrationalität meiner Entscheidung meiner Jugendliebe hinterher zu ziehen mehrfach habe erläutern lassen müssen, habe ich es gemacht. Wozu mit dem Kopf entscheiden, wenn das Herz doch alles weiß? Meine Eltern, beides völlige Herzmenschen, waren es sicher nicht, die mir reingeredet haben.

Von diesen Personen wird sich heute keiner mehr an seine guten Ratschläge erinnern. Ich erinnere mich aber und weiß innerlich, dass mein Vertrauen auf mein Herz genau richtig war. 2013 haben wir einander Ja gesagt. An einem für uns so besonderem Ort, in einer für uns so besonderen Stadt, mit all unseren Lieben.

Würde ich alles nochmal genauso machen?

Würde ich alles nochmal genauso machen? Ja. Würde ich. Das Kleid, der Strauß, die Jahreszeit (brrrr, März) der Tanz, der Dom, usw. Das alles waren wir. Auf Hochzeiten auf denen wir nun feiern – und es werden bald hoffentlich noch mehr – lehnen wir uns zurück und genießen. Ohne zu denken, oh, das hätten wir aber auch machen können, ah das ist heute aber schöner als noch damals. 

Und der Trick hinter dem Zusammenbleiben mit seiner Jugendliebe? Vielleicht ist es gar keiner. Sondern Glück und Arbeit zu gleichen Teilen. Dass Glück, dass wir beide in jeder Station unseres Lebens zueinander gepasst haben. Ich sage dazu gerne: „Hätte ich David im Studium kennen gelernt, ich hätte mich genauso in ihn verliebt. Und würde ich ihn jetzt, nach dem Studium, kennen lernen: Er wäre ein Mann, für den ich mich interessiere.“  Die Arbeit oder aber das Durchhaltevermögen, sich nicht von Differenzen aufreiben zu lassen und für alles eine Lösung zu finden, gemeinsam. Das Zauberwort lautet manchmal leider Kompromiss. Und Zeit. Wenn ich bedenke, wie wichtig es in unserer Beziehung allzu oft war, abzuwarten.

Vielleicht ist es ein Trugschluss. Vielleicht passt es bei uns zu jedem Zeitpunkt so gut, weil wir uns eben gemeinsam und parallel entwickelt haben. Und vermutlich mittlerweile ziemlich ähnlich sind. Auf der anderen Seite sah und sehe ich viele Beziehungen auseinandergehen auf dem langen und verworrenen Weg von der Schulbank oder aus dem Seminarraum ins Leben. Und das ist genauso okay. Es ist genauso okay, etwas zu beenden, dass sich nicht mehr richtig anfühlt. Aber man sollte auch das Bleiben nicht vergessen.

Auf in unser fünftes Jahr als Ehepaar. Mit allem, was da kommen mag. Wir sind sowas von bereit. Und würden alles genau so wieder machen.

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5 Kommentare

  1. „Wozu mit dem Kopf entscheiden, wenn das Herz doch alles weiß?“ – Mit diesem Satz hast du es so etwas auf den Punkt gebracht, ein wirklich schöner Text und glücklicherweise habe ich die selben Gedanken und Gefühle gegenüber meinem Freund (obwohl wir „erst“ fünf gemeinsame Jahre haben).

    Alles Liebe, Sonja <3
    http://www.littlewhitepages.wordpress.com

    • Barbara sagt

      Liebe Sonja, 5 Jahre sind wow. 5 ganze Jahre <3 Ich wünsche euch, dass noch ganz viele weitere Jahre dazu kommen. Aber genau danach klingt es ja. LG, Barbara

    • Barbara sagt

      Aww, auf so vielfache Weise Danke 🙂 Unter anderem, danke, dass du meinen Blog ließt. Okay, sonst gäbe es auch Ärger 😀 :*

  2. Tammy sagt

    So schön! Und noch schöner – Herzmenschen, davon gibt’s oft zu wenige <3

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