Baby, Reisen, Schwangerschaft

Schwanger in die Berge | Tipps für einen sicheren Urlaub

Ja ist sie denn schon wieder schwanger? Nein, ist sie nicht. Nicht das nächste Baby kündigt sich an, sondern der nächste Skiurlaub. Das nehme ich zum Anlass, der Kombination aus schwanger und Berge einen Post zu widmen. Einen ganzen Post. Denn neben ein paar eingeschneiten Impressionen aus dem letzten Jahr, habe ich vier interessante Fakten samt Tipps, für einen sicheren Babymoon in den Bergen für euch.

Da ich mich hier jedoch einzig auf meine Recherchen und Gespräche mit meinem Arzt beziehe, bitte ich euch im Zweifel dennoch euren Gynäkologen oder eure Hebamme aufzusuchen, falls ihr Fragen oder Bedenken habt.

Auf sicheren Sohlen. Gemeint sind die rutschfesten.

Ein fester Stand ist für Schwangere im Schnee noch wichtiger, als für ihre nichtschwageren Mitmenschen. Auch ein vermeintlich harmlos wirkender Sturz, ob auf den Popo oder oh ich will es gar nicht tippen, auf den Bauch, kann unschöne Komplikationen und Sorgen mit sich bringen.

Der Hormonhaushalt einer Schwangeren arbeitet schon mal für die bevorstehende Geburt vor: hier stehen alle Zeichen auf locker. Entsprechend sind alle Bänder und Sehnen weicher und man knickt schneller um. Dazu kommt, dass der Gleichgewichtssinn in der Schwangerschaft, ja selbst noch nach der Entbindung, nicht mehr der ist, den wir gewohnt sind. Dass wir uns zum Schuhe anziehen plötzlich hinsetzen müssen, liegt auch, aber nicht nur, an der wachsenden Körpermitte. Wir können schlicht nicht mehr so gut auf einem Bein balancieren. Ein Fakt, denn uns unsere Kursleiterin im Rückbildungskurs nur allzu oft mit Übungen vorgeführt hat. 

Umso wichtiger, dass das Schuhwerk rutschfest und warm ist. Gelandet bin ich bei meinen Recherchen letztes Jahr, na gut, beim stöbern auf Blogs von Bloggern aus den USA und Kanada, schließlich bei Stiefeln von Sorel. Sorel Stiefel werden selbst in Alaska bei Minusgrade, die ich mir gar nicht ausmalen kann, getragen. Das hat mich in Sachen Wärme schon mal überzeugt. Es gibt sie in unterschiedlichen Materialvariationen und Preisspektren. Bei mir ist es ein graues, hohes Modell aus Leder und Textil geworden. Ähnlich dem verlinkten Schuh. Da sie einen sehr stabilen Schaft haben, ist an Umknicken nicht zu denken. Kalte Füße hatte ich darin auch zu keiner Zeit. Da ich die Stiefel nur wenige Tage im Jahr trage, weiß ich, dass ich noch sehr lange etwas von ihnen haben werde.

Sonnenschein

In der Höhe, ob das Wetter nun gut ist oder nicht, ist ein solider Sonnenschutz wichtig – das wissen wir ja alle. Für Schwangere ist dieser Sonnenschutz noch wichtiger, da die Haut empfindlicher ist und sich im schlimmsten Fall sogar eine sogenannte Schwangerschaftsmaske bilden kann, die sich mit unschönen dunklen Pigmentflecken bemerkbar macht. Also besser brav cremen und zu lange Gesichtssonnenbäder auf der Hütte vermeiden.

Skifahren?

Ein Thema zu dem es sehr viele sehr berechtigte Meinungen gibt. Alle unterschiedlich versteht sich. Ich überspringe nun den Teil, in dem ich auf die möglichen (nicht mal selbst verschuldeten) Stürzte eingehe und überhöre die vielen Einwände „aber meine Mutter ist auf ihren Ski bis in den Kreissaal gefahren und mir hat es nichts geschadet!“. Auf die Frage hin, ob ich schwanger skifahre, habe ich einzig und allein auf mich selbst gehört. Auf meine Kondition und Konstitution. Mit dem Ergebnis, dass ich letztes Jahr, knapp im sechsten Monat schwanger, nicht gefahren bin.

Ich fahre seit ich etwa 7 Jahre alt bin jährlich Ski, genau, jährlich. Denn wir waren und sind Flachlandbewohner, die eben gerne Skiurlaub machen. Ich bin der Meinung, dass ich ziemlich gut fahre. Aber eben gut für jemanden, der nur einmal im Jahr an seiner Technik feilt. Aus Sorge vor einem Sturz und der möglichen Versorgung in einem kleinen Urlaubsort und auch aufgrund der Kombination aus Sport und dünnerer Luft habe ich also verzichtet. Rückblickend eine gute Entscheidung, denn selbst das Anziehen (Thermounterwäsche, Fleecepulli, dicke Kniestrümpfe, offenstehende Schneehose, Jacke…) und der darauf folgende Spaziergang zur Gondel haben mit dem Bäuchlein meinen Puls schon ungewohnt hoch getrieben.

Hoch hinaus

Vor meinem Skiurlaub mit Babybauch habe ich meinen Gynäkologen ausgefragt, ob ich mir wegen der Sauerstoffversorgung des Babys aufgrund der dünneren Bergluft Sorgen machen muss. Er versicherte mir, dass sowohl die Höhe unseres Apartments mit 1400m als auch die der mittleren Station mit 2000m, in Ordnung seien. Nur auf mich sollte ich achten, da sich körperliche Anstrengung auf 2000m für eine Schwangere eben noch eine ganze Ecke anstrengender anfühlen kann. Und mit körperlicher Anstrengung ist in dem Fall durch den Schnee spazieren oder schnelles Gehen gemeint. Mein Tipp daher: am besten den eigenen Arzt nach einer individuellen Einschätzung fragen und sich in frostiger Höhe nicht übernehmen. Ich habe meinen Skiurlaub auch mit nur drei Gondelfahrten auf den Berg, gemeinsamem Apfelstrudel mit meinem Mann und viel warmer Schokolade auf der Hütte sehr genossen. Und der Zuckertest in der darauffolgenden Woche war negativ. Ha.

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