Kaffee, Schwangerschaft

Kaffee in der Schwangerschaft

„Wie? Du trinkst Kaffee? Du bist doch schwanger!“ – so oder so ähnlich hieß es in der Kugelzeit immer wieder, wenn ich mir einen Latte statt des erwarteten Früchtetees bestellte. Als Person, die Kaffeemachen, -mahlen, -trinken, -servieren zu ihren Hobbys zählt, habe ich mich natürlich schon vor der Schwangerschaft darüber schlau gemacht, was mich erwartet. Und siehe da: es war kein Koffeinentzug. Wissenswerte und vielleicht nicht allzu bekannte Dinge zum Kaffeetrinken in der Schwangerschaft habe ich in dem folgenden Post für euch zusammengetragen.

Ja zum Kaffee, Nein! zum Sekt

Woher kommt es, dass sehr viele Personen fest davon ausgehen, Schwangere müssen gänzlich auf Kaffee bzw. Koffein verzichten, ein Schluck Sekt hier oder da sei jedoch in Ordnung? Dem ist nämlich nicht so! Ich war regelrecht schockiert, wie oft mir als offensichtlich Schwangere Alkohol angeboten wurde – einmal mit dem Beisatz „Babys mögen Halbtrockenen“. Nein, sorry, das tun sie nicht. Auch keine Soße mit Wein. Und keine Schwarzwälder Kirschtorte. Gerade einige Frauen über 50, die Generation meiner Mutter und Großmutter, schienen völlig überzeugt davon, ein bisschen Alkohol sei kein Problem. Interessanter Weise habe ich selbst in einer alten Auflage eines Buches zur Schwangerschaft den Hinweis gelesen, auf Kaffee zu verzichten, Alkohol in geringen Mengen sei jedoch in Ordnung. Es ist traurig, wie viele Schwangere tatsächlich ab und an noch trinken, daher ist wirklich Zeit, dass hier noch mehr umgedacht wird.

Verstecktes Koffein

Den Kaffee völlig eliminieren, aber stattdessen weiter munter Kakao trinken und Schokolade futtern? Nicht falsch verstehen, ich bin dafür, dass man sich als Schwangere sowie Nichtschwangere auch mal etwas gönnt. Wenn man sich jedoch die geliebte Tasse Kaffee zum Sonntagsfrühstück verwehrt, aber durch Naschereien ein Vielfaches an Koffein zu sich nimmt, geht die Rechnung nicht auf.

  • 100g dunkle Schokolade haben 43 mg Koffein
  • 100g Milchschokolade haben 20 mg Koffein
  • Eine Tasse Kakao enthält etwa 6mg Koffein

Kaffee ist nicht gleich Kaffee

Filterkaffee ist nicht wie Espresso. Espresso nicht wie Kaffee aus dem Vollautomaten. Und so weiter. Wie ein Kaffee schmeckt, wie stark oder wässrig er ist, sagt leider nichts über seinen eigentlichen Koffeingehalt aus, denn dieser hängt von der Zubereitungsart des Getränks ab.

  • 25 ml Espresso (oft serviert in einer 40 bis 50 ml Espressotasse) enthalten zwischen 25 bis 30 mg Koffein
  • espressobasiertes Getränk wie etwa ein Cappuccino oder Latte.Da Cappuccino und Latte-Macchiato jeweils einen Espresso beinhalten entspricht der Koffeingehalt dem eines Espressos. Also 25 bis 30mg.
  • 25 ml im Filterkaffee enthält zwischen 15 bis 25 mg Koffein. Bei einer üblichen Kaffeetasse mit 125 ml Füllmenge ergibt sich eine Koffeinmenge von 75 – 120 mg

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Nimm deine Ersatzdroge unter die Lupe

„Dann trinke ich statt eines normalen Lattes eben einen Matcha Latte“. Das ist genau so wenig empfehlenswert, wie seinen morgendlichen Kaffee durch eine Kanne schwarzen Tee zu ersetzen. Mir hat gerade die ein oder andere Tasse Kaffee im Büro gefehlt, da ich aber kein Fan von Fürchtetee bin, grüner, schwarzer und weißer Tee raus sind, bin ich bei Roibosch gelandet.

It’s all in your mind

Manchmal ist es gar nicht das Koffein im Kaffee, das uns so unglaublich fehlt. Ist es der Geschmack, kann man mit koffeinfreiem Kaffee tricksen. Ist es das Ritual, kann man es eben durch ein anderes Ritual ersetzen. Ist es das Gesellige am Kaffeetrinken, kann man sich eben endlich durch die Getränkekarte des liebsten Cafés testen, weil man eben nicht direkt beim Latte Macchiato hängen bleibt. Das erstaunliche ist ja, dass selbst der Geruch oder Geschmack von Kaffee unseren Körper schon putscht – weil er gelernt hat, dass der bevorstehende Kaffeegenuss uns wacher, fitter, aufmerksamer macht.

Und noch ein paar kleinere Fakten

Koffein hat etwa einen großen Gewöhnungseffekt. Das heißt, die getrunkene Menge an Kaffee, um sich im laufe eines Arbeitstages wie ein menschliches Wesen, eventuell ein leistungsfähiges menschliches Wesen, zu fühlen, kann durch eine kurze Entwöhnung runtergesetzt werden. Einfach ein paar Tage ganz auf Kaffee verzichten, um im Anschluss durch weniger Kaffee wieder mehr Wirkung zu erhalten.

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