Capsule Closet, Style

Ein Capsule Closet für mich? | Gedanken

Das Thema Capsule Closet geistert nun seit geraumer Zeit nicht nur durch das Netz, sondern ebenso durch meinen Kopf. Die Idee ist schnell zusammengefasst, jedoch nicht zwingend ebenso schnell umgesetzt. Man reduziert seine Garderobe auf eine bestimmte Auswahl aus gut überlegten Kleidungsstücken, die (und nur die) man in der nächsten Saison tragen möchte. Dabei achtet man besonders darauf, dass alle Dinge möglichst gut miteinander kombinierbar sind. Alles weitere sortiert man aus bzw. lagert es ein. Und ja, man shoppt auch nicht mehr drauf los, sondern geht auch hier strategisch vor. Was neu einzieht, sollte sich ideal in die jeweilige Garderobe einfügen. Auch wenn das System zunächst nach Arbeit klingt, soll es einem schließlich viel morgendliche Zeit und Unsicherheit vor dem eigenen Kleiderschrank ersparen. Und dabei natürlich auch Spaß machen.

So weit, hier bereits eine Auswahl von x Kleidungsstücke präsentieren zu können, nein, so weit bin ich (noch) nicht. Aber gerade in den letzten Monaten habe ich durch das Thema Umstands- und Stillmode immer mehr Lust auf einen Capsule Closet bekommen. Denn auch dabei habe ich versucht, möglichst klug einzelne Babybauch- bzw. stilltaugliche Stücke so zu wählen, dass ich sie vielseitig nutzen kann, mit meiner restlichen Kleidung kombinieren kann und auch noch in einer weiteren Schwangerschaft Spaß daran habe.

2017 soll also das Projekt Capsule Closet für mich starten. Und während ich mir fest vorgenommen habe, schon für das Frühjahr (März, April, Mai) in die erste Runde aka Capsule Closet Saison zu starten, habe ich im Folgenden noch einige Punkte zusammengefasst, die mir gezeigt habe: das könnte genau das richtige für mich und meine Garderobe sein. Und wer weiß, für euch vielleicht auch?

1. Im Urlaub ist alles so viel einfacher
Vielleicht geht es nur mir so, aber mir morgens ein Outfit auszusuchen und fast auf Anhieb zufrieden zu sein, fällt mir im Urlaub so viel einfacher. Und es geht binnen weniger Sekunden. Wieso? Weil die Vorarbeit bereits geleistet ist. Wenn ich packe, dann überlege ich mir für die genaue Anzahl an Tagen, Anlässen, sowie das zu erwartende Wetter meine Looks. Zugegeben, nun mit Baby ist auch meist ein Backup dabei. Bestenfalls wiederholen sich Dinge in den Outfits, wie etwa Schuhe, die Tasche, ein Cardi, sodass ich hier ebenfalls reduzieren kann. Früher habe ich noch dies und jenes eingepackt, denn manweißjanie. Mittlerweile weiß ich aber, dass ich nicht spontan in die Oper gehe, oder plötzlich High Heels im Dezember brauche. Zum Sightseeing. Für Wochenenden bei unseren Eltern packe ich komplett in eine Longchamp Tasche – in eine Tasche, keinen Weekender – und komme immer hin. Wieso also diese Vorarbeit nicht auch auf den eigenen Kleiderschrank und die Alltagsgarderobe übertragen? In der Hoffnung nicht nur Zeit zu sparen, sondern auch zufriedener zu sein, mit dem, was man aus dem Schrank zieht.

2. Du kleidest dich vom Wäscheständer
Schuldig. Wie oft fische ich mir ein Kleidungsstück oder gar alles, was ich an einem Tag trage, vom Wäscheständern oder aus dem Korb mit frischer Wäsche, noch bevor es wieder sauber gefaltet im Kleiderschrank war? Wöchentlich. Das heißt zwar, dass ich dringend an meinen Fähigkeiten als Hausfrau schrauben sollte (Ironie), allerdings auch, dass ich einen großen Inhalt meines Kleiderschranks nicht brauche. Nicht nutze. Und doch zu den gerade erst getragenen Lieblingsdingen greifen.

3. Apropos Lieblinge
Mein Kleiderschrank, Ikea Pax, 2×2,30m, sechs Schubladen, zwei Fächer, zwei Stangen, genutzt von meinem Mann und mir, ist voll. Und ich bin dennoch ein Mädchen der Lieblingsteile. Meinen beigen Mantel trage ich seit bald 5 Jahren, zum Handtasche Wechseln muss ich mich selbst ermahnen, Birkenstocks im Sommer, Stiefel a la Pistol Boots im Rest des Jahres, Streifen oder aber oben am liebsten weiß, unten schwarz. Das ist meine Uniform. Von Jahr zu Jahr und Jahreszeit zu Jahreszeit steigen einige andere Teile zu Lieblingen auf und werden getragen, getragen, getragen, während die Liebe zu anderen plötzlich erlischt. Der Grundstock an Lieblingen ist und bleibt jedoch immer sehr gleich. Das zeigt mir, dass ich unbewusst, schon längt eine Art Capsule Closet für mich gebaut habe und es mir ganz und gar nicht widerstrebt mich eine ganze Weile in einer kleineren Zahl dafür besonders geliebter Kleidungsstücke zu kleiden.

4. Dein Signature Look
Schau durch deine Fotos der letzten Jahre, scroll durch dein Instagramprofil oder guck dir an, was du auf Pinterest so sammelst. Gibt es da etwas, das sich durchzieht? Ist es eventuell seit 3 Jahren relativ gleich geblieben? Oder tauchen, Trends hin oder her, immer wieder die gleichen Farben und Schnitte auf? So geht es mir nämlich. Wenn gar nicht mehr so viel Bewegung im eigenen Kleidungsstil ist, dann ist das nicht zwingend langweilig, sondern vielleicht ein Zeichen, dass man eben gefunden hat, worin man sich wohl fühlt und was einem schmeichelt. Eine tolle Ausgangssituation, um auch hier einen Capsule Caloset zu beginnen.

5. Shopping macht Spaß, aber
…es frisst Zeit und Geld. Und da Zeit Geld ist, frisst es Geld und Geld. Geld, das man so viel besser sparen kann.
…es gibt nur kurzzeitige Befriedigung und stopft keine Löcher, die aus Einsamkeit, Beziehungsfrust, Unzufriedenheit, Überarbeitung oder was auch immer bestehen.
…ich hasse das Gefühl, wenn etwas, das ich unbedingt haben wollte, dann doch im Schrank versauert, weil ich es eben doch nicht so unbedingt gebraucht habe.
…wir kaufen alle zu viel austauschbare, qualitativ schlechte, unter unfairen Bedingungen produzierte Wegwerfkleidung. Das setzt der Umwelt ganz schön zu und daran möchte ich meinen Anteil verringern.

Fazit: Eigentlich mache ich es schon längst, stimmts? Eigentlich bringe ich bereits so viele Verhaltensweisen, die für einen Capsule Closet sprechen mit und muss nur die letzten Schritte gehen. Diese bestehen aus: Ausmisten, Aufräumen, Einlagern, Planen und falls ich einkaufe, dann wenig und wohl überlegt. All das werde ich in den kommenden Wochen und Monaten hier dokumentieren, mit dem Ziel nicht nur von Saison zu Saison einen Capsule Closet zu bauen, sondern auch Zeit und Geld zu sparen und noch mehr Zufriedenheit zu gewinnen.

Wenn ihr gerne mehr zu dem Thema lesen mögt, aber nicht warten möchtet, bis ich mehr dazu poste, kann ich euch an den Blog in Sachen Capsule Closet Un-Fancy weiterleiten. In ihren Videos nimmt auch Anna von The Anna Edit das Thema wunderbar auf.

2 Kommentare

  1. Liebe Barbara, sehr interessantes Thema – als Dreifach-Mama (der jüngste ist 5 Monate…) ohne viel Zeit zum Garderobe zusammenstellen in der Früh kann ich der Idee viel abgewinnen. Bin gespannt, was du dazu noch schreibst. Liebe Grüße, Patricia

  2. Tammy sagt

    Bin gespannt, wie Du es umsetzt! Achte momentan auch wieder darauf, was ich besonders gern trage und das sind oft die gleichen Teile, die einfach zu kombinieren sind und aus hochwertigen Stoffen. Daher habe ich mir eine Liste gemacht, was ich noch gern dazu zum kombinieren hätte und arbeite die über’s Jahr verteilt ab (so der Plan).
    Übrigens sind das tolle Bilder im Post 🙂
    Liebe Grüße

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