Alle Artikel in: Kolumne

Nachhaltige Babymode & das mit der Zara Cordhose

Da sitze ich und scrolle über meine gut gefüllte Wunschliste des Online Versandriesen mit dem orangenen Logo. Es ist zu weiten Teilen Kinderbekleidung. Für Leonard. Schlafanzüge von Hessnatur. Ein senfgelber Pulli von Sense Organics. Noch ein Schlafanzug. Diesmal von Fred’s World. Ich habe die Kategorie Kinder, dann Babys 0 bis 2 angeklickt und bin direkt auf nachhaltige Mode gegangen. Weil meine liebsten Labels für Leonard nun mal mittlerweile überwiegend nachhaltige Labels sind, meine liebsten Sachen für ihn, aus Biobaumwolle, -seide, -wolle gefertigt sind. Schaue ich seinen kleinen Schrank durch, hängt schon ganz viel solches drin. Ich möchte es gar nicht ausrechnen, denn es ist ein kleines Vermögen, was dort zusammenkommt. Und doch: letzte Woche kam erst ein kleines h&m Paket mit Socken für Leonard an. Heute trug er, zumindest bis zur kleinen Essensschlacht aka Mittagessen, eine wunderschöne braune Cordlatzhose. Von Zara Baby. Bevor Leonard auf der Welt war, habe ich zwar hier und da schon ein Teil von Alana gekauft, gestehe aber, dass ich mir nicht viel aus nachhaltiger und oder Biomode gemacht habe. Oder genauer, dass ich …

Kaffee Kind Kolumne | Von der Mutter, die ich nicht sein will

Durch Zufall hört die Kursleiterin meines Rückbildungskurses das Gespräch mit, indem ich einer anderen Kursteilnehmerin und genau wie ich Neum ama erzähle, dass Leonard zwischen 4 und 5 Uhr morgens wach wird und ich mit ihm spiele. „Ja, richtig gehört. Ich stehe auf und spiele mit ihm. Bis er wieder müde wird und wir uns beide noch etwas hinlegen.“ Die Kursleiterin, die Hebamme und selbst zweifache Mama ist, ist fassungslos: „Da hat er Sie aber schon ganz schön erzogen. Oder wer hat bei Ihnen die Hosen an?“ Ein Kichern im Kursraum. „Der Kleinste natürlich.“  „Der Kleinste natürlich.“ Ja so lautete meine Antwort. Und lautet sie noch immer. Denn Leonard ist noch immer früh müde und früh wieder wach. Er holt sich seinen Schlaf, aber richtet sich dabei eben nicht nach uns. Und das ist okay. Auch wenn ich mir das niemals so vorgestellt habe. Top organisiert, in Montessori & Co. belesen, immer gestylt, voller Tatendrang trotz Augenringen bis ins BH-Körbchen, ambitioniert, 3 Kilo schlanker als vor der Schwangerschaft und ohne eingetrocknete Breireste auf der Bluse – so habe ich …

Kaffee, Kind, Kolumne: Heimweh

Fernweh und Wanderlust – die vielleicht meist vertretenen deutschen Begriffe auf Pinterestbildern und -collagen, die irgendeinen weit entfernten Fleck dieser Erde darstellen und in uns den ruhelosen Wunsch nach Reisen auslösen. Ja, um Fernweh und um Wanderlust, oder darum, was vielfach geglaubt wird, das beide Begriffe bedeuten, werden wir Deutschen wohl von vielen beneidet. Bei mir ist es ein anderes Wort, das ich mir auf das Schulterblatt tätowieren ließe, hätte ich mich nicht dazu entschlossen, auf das Tätowieren zu verzichten. Heimweh. Heimweh ist vielleicht der unbeliebte Verwandte von Wanderlust und Fernweh. Über Heimweh spricht man nicht so oft. Für Heimweh ist man zu alt sofern man älter ist als 12. Heimweh ist einfach nicht so fancy. Fernweh kenne ich nicht. Das heißt nicht, dass ich nicht gerne verreise und ebenso gerne mit meinem Mann über den nächsten Urlaub sprechen. Aber ich habe keine innere Checkliste, mit Kontinenten, die ich noch bereisen muss, keine Landkarte mit Ländern, in die ich noch keine Nadel gesteckt habe, keinen Stapel Marco Polo Reiseführer, die ich abendlich studiere. Ich habe Heimweh. Heimweh …